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2. April 2026

Zwangsheirat mitten in Deutschland: Annas & Sonjas Story

Zwangsheirat gibt es auch in Deutschland – oft bleibt sie unsichtbar. Offizielle Zahlen zeigen nur einen Ausschnitt: 2024 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik bundesweit 68 Fälle nach § 237 StGB erfasst. Gleichzeitig berichten Beratungsstellen in unserer Recherche für diese Dokumentation übereinstimmend von steigenden Anfragen. Beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ gab es 2024 etwa 214 Beratungen zu diesem Thema. Organisationen wie HennaMond in Köln melden ebenfalls hohe Zahlen – dort wurden von Januar bis Februar 2026 über 90 Fälle betreut. Verlässliche und aktuelle Daten sind schwer zu bekommen. Selbst das Bundesfamilienministerium arbeitet teilweise noch mit Zahlen, die fast 20 Jahre alt sind. Auch neue Studien versuchen, das Ausmaß besser zu erfassen. Eine davon ist noch nicht abgeschlossen, deutet aber schon jetzt darauf hin, dass deutlich mehr Frauen in Deutschland von Zwangsehen betroffen sein könnten als bislang angenommen. Rechtlich ist die Lage eindeutig – aber nicht lückenlos: Eine Ehe ist in Deutschland nur standesamtlich wirksam, Eheschließungen unter 18 Jahren sind seit 2017 verboten. Zwangsheirat ist strafbar (§ 237 StGB) und kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden. Allerdings erfasst das Gesetz nur rechtsgültige Ehen. Sogenannte „soziale“ Eheschließungen ohne Standesamt fallen selbst bei massivem Zwang oft nicht darunter, sondern können lediglich als Nötigung (§ 240 StGB) verfolgt werden. Auch deshalb bleibt das Problem statistisch schwer greifbar. In unserem Film schauen wir genauer hin: Warum werden junge Menschen verheiratet? Welche Rolle spielen Tradition und Religion? Und wie können Betroffene Hilfe finden? Zwangsheirat bedeutet immer den Verlust von Selbstbestimmung. Häufig geht ihr körperliche oder psychische Gewalt voraus – und in über 90 Prozent der Fälle sind Frauen betroffen.

Die andere Frage

Die andere Frage stellt die Fragen, die sich alle stellen, aber auf die viele Menschen die Antworten vermissen. Reportagen mit Kontext: Aktuell, erlebbar, unbequem.

2. April 2026

Zwangsheirat mitten in Deutschland: Annas & Sonjas Story

Zwangsheirat gibt es auch in Deutschland – oft bleibt sie unsichtbar. Offizielle Zahlen zeigen nur einen Ausschnitt: 2024 wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik bundesweit 68 Fälle nach § 237 StGB erfasst. Gleichzeitig berichten Beratungsstellen in unserer Recherche für diese Dokumentation übereinstimmend von steigenden Anfragen. Beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ gab es 2024 etwa 214 Beratungen zu diesem Thema. Organisationen wie HennaMond in Köln melden ebenfalls hohe Zahlen – dort wurden von Januar bis Februar 2026 über 90 Fälle betreut. Verlässliche und aktuelle Daten sind schwer zu bekommen. Selbst das Bundesfamilienministerium arbeitet teilweise noch mit Zahlen, die fast 20 Jahre alt sind. Auch neue Studien versuchen, das Ausmaß besser zu erfassen. Eine davon ist noch nicht abgeschlossen, deutet aber schon jetzt darauf hin, dass deutlich mehr Frauen in Deutschland von Zwangsehen betroffen sein könnten als bislang angenommen. Rechtlich ist die Lage eindeutig – aber nicht lückenlos: Eine Ehe ist in Deutschland nur standesamtlich wirksam, Eheschließungen unter 18 Jahren sind seit 2017 verboten. Zwangsheirat ist strafbar (§ 237 StGB) und kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden. Allerdings erfasst das Gesetz nur rechtsgültige Ehen. Sogenannte „soziale“ Eheschließungen ohne Standesamt fallen selbst bei massivem Zwang oft nicht darunter, sondern können lediglich als Nötigung (§ 240 StGB) verfolgt werden. Auch deshalb bleibt das Problem statistisch schwer greifbar. In unserem Film schauen wir genauer hin: Warum werden junge Menschen verheiratet? Welche Rolle spielen Tradition und Religion? Und wie können Betroffene Hilfe finden? Zwangsheirat bedeutet immer den Verlust von Selbstbestimmung. Häufig geht ihr körperliche oder psychische Gewalt voraus – und in über 90 Prozent der Fälle sind Frauen betroffen.

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vor 4 Tagen10:43

Was passiert an einem Tag bei der Straßenbahn?

Zu spät, zu voll und im Sommer keine Klimaanlage: Wer oft mit der Straßenbahn unterwegs ist, kennt den Struggle. Woran liegt das eigentlich? Und wie stressig ist der Job als Straßenbahnfahrer wirklich? Wir begleiten den 22-jährigen Dominik während seiner Schicht in der Düsseldorfer Rheinbahn. Pünktlich ans Ziel zu kommen, ist für ihn gar nicht so einfach. Baustellen, linksabbiegende Autos und Fußgänger behindern seine Fahrt. Letztes Jahr kam in Düsseldorf im Schnitt jede fünfte Stadtbahn zu spät. Und auch Unfälle gehören zum Alltag für Straßenbahnfahrer. In Köln zählten die Verkehrsbetriebe 2024 knapp 550 Stadtbahnunfälle. Solche Störungen landen an einem zentralen Ort: der Leitstelle. Bei der KVB in Köln haben wir hier Uwe besucht. Der 72-Jährige überwacht über die Leitstelle das ganze Netz. Bei jeder Störung muss er entscheiden: Kann die Bahn weiterfahren? Muss eine Linie umgeleitet werden? Oder fällt eine Fahrt ganz aus? Ein Problem in zahlreichen NRW-Städten: Viele Bahnen sind in die Jahre gekommen. 27 Prozent der Fahrzeuge in NRW sind älter als 30 Jahre, so die Bezirksregierung Düsseldorf (bezogen auf Straßen-, Stadt- und U-Bahnen sowie Oberleitungsbusse). Deshalb laufen in vielen Verkehrsbetrieben derzeit Prozesse für neue Fahrzeuge. Die Rheinbahn in Düsseldorf zum Beispiel hat insgesamt 91 neue Bahnen bestellt, deren Auslieferung 2027 starten soll. Die KVB in Köln hat Aufträge für rund 200 neue Bahnen vergeben.