Hier die Quellen für unser "Die Jury"-Video zum Thema Wehrpflicht:
Q1: Letzter Stand des alten Grundwehrdienstes, sechs Monate gem. § 5 Abs. 2 WPflG.
Auch mit dem “Neuen Wehrdienst” dauert der Grundwehrdienst mindestens sechs Monate. Wer sich zwischen sechs und elf Monaten verpflichtet, bleibt dabei im Status des “Freiwillig Wehrdienstleistenden”. Ab zwölf Monaten erfolgt eine Einstellung als Soldat auf Zeit, Bundesverteidigungsministerium, Fragen und Antworten zum Neuen Wehrdienst, Zur Sache selbst, https://www.bmvg.de/de/neuer-wehrdienst (zuletzt abgerufen am 17.12.2025).
Q2: Felix bezieht sich hier auf die russische “Vollinvasion” der Ukraine ab dem 24.02.2022. Völkerrechtswidrige Angriffe von Russland gegen die Ukraine gab es schon vor diesem Zeitpunkt, insbesondere mit der Annexion der Krim im März 2014.
Q3: Ulrike Franke, deutsche Politikwissenschaftlerin und Senior Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations im Interview mit der NZZ v. 16.11.2025, https://www.nzz.ch/video/nzz-standpunkte/kommt-der-naechste-krieg-europa-im-visier-russlands-ld.1911404 (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
NATO 2022 Strategic Concept, S. 3, bullet point 6: “The Euro-Atlantic area is not at peace. The Russian Federation has violated the norms and principles that contributed to a stable and predictable European security order.”
Sönke Neitzel, Militärhistoriker im Interview mit Sandra Maischberger: Maischberger vom 13.10.2025, https://www.youtube.com/watch?v=WxkY2YvTFe4 (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Chefs der deutschen Nachrichtendienste in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium, Kurzmeldung der Parlamentsnachrichten des Deutschen Bundestages vom 13.10.2025, https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1115174 (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Q4: Von “hybriden Angriffen” spricht z. B. Claudia Major, deutsche Politikwissenschaftlerin und Senior Vice President für Transatlantische Sicherheitsinitiativen des German Marshall Fund im Deutschlandfunk, https://www.deutschlandfunk.de/russland-nato-kriegsgefahr-deutschland-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
In der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP wird der Begriff im Zusammenhang mit “hybriden Aktivitäten der Russischen Föderation” erwähnt und konkretisiert (BT-Drs. 20/14595 vom 21.01.2025).
Q5: Berichterstattung zu Cyberangriffen in Deutschland:
Bundesinnenministerium, Meldung vom 03.05.2024,
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/kurzmeldungen/DE/2024/05/schutzmassnahmen-cyberangriffe.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
WDR, Berichterstattung vom 05.10.2025, https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/hackerangriffe-auf-kommunen-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Zu Drohnen im polnischen und dänischen Luftraum:
Tagesschau, Berichterstattung vom 18.09.2025, https://www.tagesschau.de/ausland/europa/haus-polen-rakete-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Deutschlandfunk, Berichterstattung vom 15.09.2025, https://www.deutschlandfunk.de/russland-provoziert-erneut-mit-drohnen-alarm-in-polen-und-rumaenien-102.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
NDR, Berichterstattung vom 28.09.2025, https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/wieder-drohnen-ueber-daenischen-militaerstandorten,drohnen-170.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Tagesschau, Berichterstattung vom 27.09.2025, https://www.tagesschau.de/ausland/europa/drohnen-karup-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Zu einem Angriff auf eine Bahnstrecke in Polen:
ZDFheute, Berichterstattung vom 18.11.2025, https://www.zdfheute.de/politik/ausland/polen-schiene-angriff-drohne-russland-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Zeit.de, Berichterstattung vom 24.11.2025, https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-11/polen-mika-sabotage-russland (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Q6: Jevgeni Ossinovski, Bürgermeister von Tallinn im Interview mit Zeit.de vom 22.09.2025, https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-09/estland-tallinn-jevgeni-ossinovski-nato-russland-luftraum-gxe (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München im Interview mit dem Tagesspiegel zu seinem Buch “Wenn Russland gewinnt”, in dem er einen russischen Angriff auf Estland skizziert vom 26.03.2025, https://www.tagesspiegel.de/internationales/greift-russland-bald-nato-gebiet-an-herr-masala-es-sind-keinesfalls-alle-krafte-in-der-ukraine-gebunden-13423231.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Aylin Matlé, Senior Research Fellow am Zentrum für Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Sarah Pagung, Politikwissenschaftlerin und Programmleiterin Berliner Forum Außenpolitik, Körber Policy Game bei der Körber-Stiftung in einer Analyse auf BR.de vom 23.08.2025, https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/was-wenn-russland-die-nato-angreift-militaer-experten-sehen-mehrere-szenarien-die-analyse,UuUleoo (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Q7: Artikel 5 NATO-Vertrag
Q8: Abschreckung ist auch das erklärte Ziel, das Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit dem aktuellen Modell des Neuen Wehrdienstes verfolgt.
Befragung der Bundesregierung in der 171. Sitzung des Bundestages vom 05.06.2024, Plenarprotokoll 20/171, S. 22037.
Deutschlandfunk, Berichterstattung vom 20.10.2025, https://www.deutschlandfunk.de/pistorius-flaechendeckende-musterung-schreckt-russland-ab-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Q9: § 1 Reservistengesetz
Q10: Als aktive Soldaten verstehen wir Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit und Freiwilligen Wehrdienst Leistende.
Laut Bundeswehr, Stand November 2025, sind das derzeit insgesamt 184.324 Personen (https://www.bundeswehr.de/de/organisation/zahlen-daten-fakten/personalzahlen-bundeswehr) (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Für den Fall der Landes- und NATO-Bündnisverteidigung werden insgesamt ca. 260.000 aktive Soldaten benötigt. Meldung der Bundeswehr vom 31.07.2025, https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/personalgewinnung-bundeswehr-5980518 (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Tagesschau, Hintergrund vom 24.06.2025, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/deutschland-nato-ziele-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Reuters.com unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums, Berichterstattung vom 11.09.2025, https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/germanys-army-needs-more-than-double-size-commander-says-2025-09-11/ (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Demnach fehlen etwa 80.000 Soldaten.
Q11: Der Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr e.V. geht davon aus, dass 145.000 (beorderte) Reservisten zum Erreichen der NATO-Ziele fehlen. Berichterstattung des Verbandsmagazins “.loyal” vom 17.10.2025,
https://www.reservistenverband.de/magazin-loyal/neuer-wehrdienst-zu-unambitioniert/ (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr spricht gegenüber BR24 im Zusammenhang mit der Reserve von 100.000 fehlenden Soldaten, Interview vom 02.04.2025, https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/general-carsten-breuer-lage-nie-so-bedrohlich-wie-jetzt-gerade,UgYpiG9 (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Q12: Verteidigungsminister Boris Pistorius sprach bei einer Befragung der Bundesregierung mit Blick auf die Bedrohung durch Russland davon, dass Deutschland bis 2029 kriegstüchtig sein müsse: Befragung der Bundesregierung in der 171. Sitzung des Bundestages vom 05.06.2024, Plenarprotokoll 20/171, S. 22037.
Laut Tagesschau.de stammt diese Zahl aus einer Bedrohungsanalyse der NATO von 2023, in der es hieß, Russland solle in den kommenden drei bis fünf Jahren in der Lage sein, einen Krieg mit der NATO zu führen. Demnach wäre das “genauere” Datum sogar 2028, Berichterstattung vom 24.09.2025, https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/russland-nato-militaer-100.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Pistorius differenziert offenbar dahingehend auch in einem Interview mit der FAZ vom 15.11.2025, https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/boris-pistorius-ueber-bedrohung-aus-russland-die-nato-kann-sich-wehren-accg-110781217.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Das Jahr 2029 wurde hingegen ebenfalls von Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, gegenüber BR24 genannt. Interview vom 02.04.2025, https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/general-carsten-breuer-lage-nie-so-bedrohlich-wie-jetzt-gerade,UgYpiG9 (zuletzt abgerufen am 15.12.2025)
Wir haben uns in unserem Video entschieden, beide Daten zu berücksichtigen und sprechen daher, ausgehend von 2025, von “drei bis vier Jahren”.
Q13: YouGov, repräsentative Umfrage unter Wahlberechtigten mit 2.175 Befragten im Zeitraum vom 15.-18.08.2025 mit 59-60 % Mehrheit, die einen verpflichtenden Wehrdienst für junge Menschen (eher) befürworten, https://yougov.de/politics/articles/52804-yougov-sonntagsfrage-wahlabsicht-bleibt-stabil-mehrheit-wurde-verpflichtenden-wehrdienst-befurworten-vor-allem-unions-wahler (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
ARD DeutschlandTREND, repräsentative Studie, durchgeführt von infratest dimap im Auftrag der Tagesthemen mit 1.312 Befragten im Zeitraum von 30.06.-02.07.2025 mit 73 % Mehrheit, die einen verpflichtenden Wehr- und Zivildienst entweder für Männer wieder aktivieren oder für Männer und Frauen einführen wollen, https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-pdf-184.pdf (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Umfrage von forsa für stern und RTL Deutschland mit 1008 Befragten im Zeitraum vom 09.-10.10.2025 mit 54 % Mehrheit für einen verpflichtenden Dienst bei der Bundeswehr, https://www.stern.de/politik/deutschland/wehrpflicht--ja-bitte--das-ueberraschende-ergebnis-einer-umfrage-36127278.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Civey-Umfrage für Focus online mit 5.000 Befragten vom 14.-16. Oktober 2025 mit 66 % Mehrheit für die Wiedereinführung der Wehrpflicht, https://www.focus.de/politik/deutschland/umfrage-zeigt-was-deutsche-von-wehrpflicht-halten-und-wie-gross-putin-angst-ist_43c8ddbf-2ff6-4c4b-9d01-b207a0a0ba81.html (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Q14: YouGov (siehe Q13) mit 54 % unter den 18-29-jährigen Befragten gegen einen verpflichtenden Wehrdienst für junge Menschen.
forsa für stern und RTL Deutschland (siehe QX) mit 63 % unter den 18-29-jährigen Befragten gegen einen militärischen Pflichtdienst.
Civey-Umfrage für Greenpeace mit 1.000 Befragten zwischen 16 und 25 Jahren vom 16.09.-17.09.2025 . 56,6 Prozent % für die Antworten “Nein, auf keinen Fall” oder “Eher nein” auf die Frage, ob sie die Wiedereinführung einer Wehrpflicht für junge Männer befürworten würden, https://www.greenpeace.de/publikationen/Umfrage_Wehrpflicht_2025.pdf (zuletzt abgerufen am 15.12.2025).
Q15: Artikel 4 Absatz 3 Grundgesetz und Kriegsdienstverweigerungsgesetz
Q16: Anforderungen an den Antrag in § 2 Abs. 2 KDVG. Möglichkeit der Anhörung in § 6 KDVG. Laut Auskunft der Pressestelle des BAFzA wurden 2025 bis November ca. 25 % der entschiedenen Anträge abgelehnt, die meisten davon wegen Unzulässigkeit, also z. B. Formfehlern.
Q17: So wurden z. B. 2008 ca. 47 % der Gemusterten als vorübergehend nicht wehrdienstfähig (T4) oder nicht wehrdienstfähig (T5) ausgemustert.
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Paul Schäfer (Köln), Michael Leutert, Dr. Norman Paech und der Fraktion DIE LINKE vom 26.03.2009, BT-Drs. 16/12522, S. 6.
Zur Sehschwäche als Ausmusterungsgrund: Gesundheitsziffern und Anforderungssymbole (ARD-831/0-4000c), Anlage zur Dienstvorschrift A1-831/0-4000 (wehrmedizinische Begutachtung), S. 36 f.
Q18: Laut Verteidigungsministerium würde es bei einer Reaktivierung der Wehrpflicht zu einer sogenannten “Bedarfswehrpflicht” kommen, bei der nur so viele Männer eingezogen werden, wie es für das Erreichen der Zielzahlen auch wirklich erforderlich ist, https://www.bmvg.de/de/neuer-wehrdienst (zuletzt abgerufen am 16.12.2025).
Q19: Antwort einer Sprecherin der Bundeswehr in Köln auf eine Presseanfrage, 25. und 27.11.2025.
Grundausbildung bei der Bundeswehr: Wichtige Informationen im Überblick, https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/grundausbildung-bundeswehr/grundausbildung-bundeswehr-wesentliche-infos (zuletzt abgerufen am 16.12.2025)
Überblick zum Ablauf der Grundausbildung bei der Bundeswehr, https://www.bundeswehr.de/resource/blob/5646112/dd0c025262ae1cc00f72bb4733f5565c/download-ablauf-grundausbildung-data.pdf (zuletzt abgerufen am 16.12.2025)
Sächsische Zeitung, Berichterstattung vom 13.11.2025, https://www.saechsische.de/sachsen/freiwilliger-wehrdienst-in-sachsen-voraussetzungen-alltag-und-karriere-bei-der-bundeswehr-NOQB7NZRENFUTKNQ33HG7MH5JE.html#wie-lang-dauert-der-neue-wehrdienst (zuletzt abgerufen am 16.12.2025)
Q20: Laut Verteidigungsministerium sind mindestens 2.600 € Einstiegsgehalt vorgesehen, https://www.bmvg.de/de/neuer-wehrdienst (zuletzt abgerufen am 17.12.2025).
Grundausbildung bei der Bundeswehr: Wichtige Informationen im Überblick, https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/grundausbildung-bundeswehr/grundausbildung-bundeswehr-wesentliche-infos (zuletzt abgerufen am 16.12.2025)
Laut Verteidigungsministerium ist der Zuschuss bei einer Verpflichtung für mindestens ein Jahr möglich, https://www.bmvg.de/de/neuer-wehrdienst (zuletzt abgerufen am 16.12.2025).
Q21: Art. 12a Absatz 2 Grundgesetz; Zivildienstgesetz
Laut dem Gesetzesentwurf zum Wehrdienst-Modernisierungsgesetz soll § 1 Absatz 2 des Kriegsdienstverweigerungsgesetzes dahingehend angepasst werden, dass Verweigernde auch bei Reaktivierung der Wehrpflicht durch Regierung und Bundestag einen Ersatzdienst leisten müssten, Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Wehrdienstes (Wehrdienst-Modernisierungsgesetz – WDModG), BT-Drs. 21/1853 vom 29.09.2025, S. 16.
Q22: Während in den 50er Jahren noch jeweils sechs Beitragszahler einen Rentner im Umlagesystem finanziert haben, werden es 2035 voraussichtlich nur noch zwei Beitragszahler sein. Die Wissenschaft hätte dieses Problem bereits seit Anfang der 80er Jahre erkannt, so Prof. Dr. Martin Werding, Mitglied des Sachverständigenrat Wirtschaft in: ZDF, Die Wahrheit über unsere Rente, zdf.de/play/reportagen/die-wahrheit-ueber-100/die-wahrheit-ueber-unsere-rente-100, Minute 9:00 (zuletzt abgerufen am 17.12.2025).
Q23: Letzter Stand des alten Grundwehrdienstes, sechs Monate gem. § 5 Abs. 2 WPflG. In dem vor dem 01.12.2010 gültigen § 5 Abs. 1a WPflG a.F. waren es neun Monate. Im neuen freiwilligen Wehrdienst spricht das BMVg von sechs bis elf Monaten: bmvg.de/de/neuer-wehrdienst (zuletzt abgerufen am 17.12.2025).
Q24: Grundsätzlich besteht Kasernenpflicht, also eine Verpflichtung zum Wohnen in der Gemeinschaftsunterkunft, § 18 SG i. V. m. Zentralvorschrift A1-1800/0-6570 „Die Liegenschaften der Bundeswehr“, Anhang Teil A Nr. 12.1 B 3. Abs. 1, abgerufen über fragdenstaat.de/files/foi/668316/VerwaltungsvorschriftenberdieVerpflichtungzumWohneninGemeinschaftsunterkunft.pdf (zuletzt abgerufen am 17.12.2025).
Der Wochenendausgang ergibt sich aus der Zentralrichtlinie A2-2630/0-0-2, Nr. 1.2.3.3, 138, abgerufen über https://media.frag-den-staat.de/files/foi/63055/A2_2630_0_0_2.pdf (zuletzt abgerufen am 17.12.2025).
Q25: “In den ersten Monaten teilen sich die Grundauszubildenden sogar ihr Zimmer“ und „Auch wenn der Mangel an Privatsphäre für viele Rekrutinnen und Rekruten hart ist: […]“, bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/grundausbildung-bundeswehr/grundausbildung-bundeswehr-wesentliche-infos (zuletzt abgerufen am 18.12.2025)
Q26: Dieses Recht, sein Leben selbst zu gestalten, ergibt sich allgemein aus Art. 2 Abs. 1 GG. Gerade mit Blick auf Ausbildung und Beruf gibt es zudem Art. 12 GG. Staatliche Beschränkungen dieser Freiheit müssen grundsätzlich strenge Regeln einhalten, vgl. Sodan, Art. 12 GG Rn. 20 ff., grundgesetz-fuer-jeden.de/artikel-12.html
Art. 12a GG beschränkt jedoch diese Berufsfreiheit und erlaubt in Absatz 1 ausdrücklich, junge Männer ab 18 zum Dienst in den Streitkräften zu verpflichten.
Eine Pflichtarmee ist also erlaubt, aber trotzdem kein verfassungsrechtlich zwingender Standardfall, BVerfG, Urteil v. 13.04.1978, BVerfGE 48, 127, Rn. 61. Die konkreten Modalitäten der Wehrpflicht müssen sich am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und am Gleichheitssatz messen lassen, vgl. etwa BVerfG, Urteil v. 24.04.1985, 2 BvF 2, 3, 4/83 und 2/84.
Q27: Nach einer forsa-Umfrage für stern sind 63 % der 18- bis 29-Jährigen gegen einen militärischen Pflichtdienst, stern.de/news/umfrage--54-prozent-der-deutschen-fuer-wiedereinfuehrung-der-wehrpflicht-36128412.html (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Nach einer Civey-Umfrage im Auftrag von Greenpeace sind 56,6 % der 16- bis 25-Jährigen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht für junge Männer, greenpeace.de/publikationen/Umfrage_Wehrpflicht_2025.pdf (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Q28: Nach der Civey-Umfrage im Auftrag von Greenpeace befürworten 38,3 % der 16- bis 25-Jährigen die Wiedereinführung der Wehrpflicht für junge Männer. 13,1 % haben mit “Ja, auf jeden Fall” und 25,2 % haben mit “Eher ja” geantwortet, daten.greenpeace.de/dataset/umfrage-zur-wehrpflicht-unter-jugendlichen (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Q29: Laut mehreren Pressequellen setzt das Verteidigungsministerium darauf, dass sich im kommenden Jahr (2026) etwa 20.000 Freiwillige für den Wehrdienst melden. (z. B. ZDFheute, Berichterstattung vom 13.11.2025, https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/wehrdienst-spitzentreffen-100.html (zuletzt abgerufen am 18.12.2025) oder Handelsblatt, Berichterstattung vom 22.07.2025, https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeswehr-vorerst-freiwillig-wie-pistorius-neue-soldaten-gewinnen-will/100143301.html (zuletzt abgerufen am 18.12.2025))
Laut Statistischem Bundesamt sind im für das kommende Jahr relevanten Geburtenjahrgang 2008 insgesamt 682.514 Kinder (davon 349.862 Männer) geboren, https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/12612/table/12612-0001 (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
In einer sehr groben Überschlagsrechnung bedeutet das:
Da sich zum freiwilligen Wehrdienst auch Frauen melden können, würde es ausreichen, wenn sich ca. 3 % des ursprünglichen Geburtenjahrgangs freiwillig melden. Geht man davon aus, dass nur Männer sich freiwillig melden, würden ca. 6 % aller Männer des Jahrgangs ausreichen. In der oben aufgeführten Umfrage haben über 38 % der 16- bis 25-Jährigen eine Wehrpflicht für junge Männer befürwortet.
Zu beachten ist aber, dass nicht alle Personen des Jahrgangs tauglich für den Einsatz in der Bundeswehr sind.
Nicht berücksichtigt ist überdies, dass sich auch weiterhin andere volljährige Personen (bzw. ab 17 Jahren mit Einverständnis der Eltern), die nicht 2008 geboren sind, bei der Bundeswehr freiwillig zum Wehrdienst melden können.
Q30: Robert Sieger, Chef des Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr: „Bei zusätzlichen 5000 Wehrdienstleistenden brauche ich in der Regel 500 Ausbilder mehr. […] Ausbilder produziert man aber nicht über Nacht. Die Strukturen in der Bundeswehr müssen sich dann verändern.“ Er ist aber generell trotzdem optimistisch, noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/bundeswehr-personalsorgen-so-bekaempft-general-robert-sieger-die-probleme-49152274 (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Vgl. zudem tagesschau.de/inland/bundeswehr-wehrpflicht-kasernen-100.html (zuletzt abgerufen am 18.12.2025); br.de/nachrichten/bayern/wehrdienst-oder-wehrpflicht-wohin-mit-etwaigen-rekruten-ohne-kasernen (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Das Verteidigungsministerium plant den Bau 270 neuer Kompaniegebäude, bmvg.de/de/presse/dritte-fachkonferenz-infrastruktur-6004880 (zuletzt abgerufen am 18.12.2025)
Q31: Art. 12a Abs. 1 GG (mit einer speziellen Regelung in Abs. 4 für den Verteidigungsfall). Frauen werden nicht abhängig von ihrer persönlichen Eignung eingezogen, sondern pauschal allein aufgrund des Geschlechts von der Verpflichtung ausgenommen.
Das muss allerdings nicht zwingend für unfair erachtet werden. Nach einem Beschluss des BVerwG aus 2006 kann die Ungleichbehandlung dadurch gerechtfertigt werden, dass Frauen an anderer Stelle im Leben benachteiligt sind, namentlich durch höhere Belastung bei der Care-Arbeit, BVerwG, Beschl. v. 26.06.2006, 6 B 9.06, Rn. 14.
Eine Änderung des Grundgesetzes bedarf der Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages und zwei Dritteln der Stimmen des Bundesrates, Art. 79 Abs. 1, 2 GG. Aktuelle Mehrheitsverhältnisse im Bundestag unter bundestag.de/sitzverteilung (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Q32: In der Pressekonferenz zum „Neuen Wehrdienst“ wurde mitgeteilt, dass jeweils nicht der ganze Jahrgang für den Wehrdienst benötigt wird. Für den Fall, dass eine Pflichtlösung eingeführt wird, könnte die Auswahl nach einem aktuellen Vorschlag der Bundesregierung nach dem Zufallsprinzip erfolgen, als “ultima ratio”. Die Regierung zeigt sich jedoch auch offen für Vorschläge zu anderen Verfahrensweisen bei der Auswahl. Statement Regierungskoalition zum Wehrdienst, 13.11.2025, übertragen von Phoenix, ardmediathek.de/video/phoenix-parlament/koalition-einigt-sich-beim-wehrdienst/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE1MDAzNg ab ca. Minute 18:40, zuletzt abgerufen am 18.12.2025
Q33: Laut Bundeswehr, Stand November 2025, liegt die Zahl der freiwillig Wehrdienst Leistenden bei 12.286 Personen https://www.bundeswehr.de/de/organisation/zahlen-daten-fakten/personalzahlen-bundeswehr (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
Q34: Prof. Carlo Masala (Universität der Bundeswehr): „Der Krieg des 21. Jahrhunderts ist nicht der Krieg, der gerade im Donbass geführt wird. Die Russen würden einen anderen Krieg gegen uns führen. Da braucht man keine Massenheere, da brauchen wir Profis, die bestens ausgebildet sind.“ taz.de/Carlo-Masala-ueber-die-Bundeswehr/!5884220/ zuletzt abgerufen am 18.12.2025.
Militärhistoriker Prof. Sönke Neitzel: „Zusätzlich braucht es massive Investitionen in digitale Kampfführung, Drohnentechnologie und Softwareentwicklung. Die Lehren aus der Ukraine zeigen: Ohne technologische Fähigkeiten ist moderne Kriegsführung nicht mehr möglich.“ Er befürwortet im selben Atemzug aber auch eine Wehrpflicht für 5 % eines Jahrgangs unionstiftung.de/aktuelles/die-rueckkehr-der-wehrpflicht/ zuletzt abgerufen am 18.12.2025.
Im Ukrainekrieg sind Drohnen aktuell bereits für einen großen Teil der verursachten Schäden verantwortlich, vgl. reservistenverband.de/magazin-die-reserve/der-neue-krieg-drohnen-und-ihr-einfluss-auf-die-kriegsfuehrung/ zuletzt abgerufen am 18.12.2025 oder forbes.com/sites/davidhambling/2025/02/18/new-report-drones-now-destroying-two-thirds-of-russian-targets/ zuletzt abgerufen am 18.12.2025.
In Bundeswehrkreisen wurden 2021 die “die offenkundigen Vorzüge einer professionelleren Armee in digitalen Zeiten gepriesen. Mehr Engagement, Intelligenz und Aufnahmefähigkeit als früher durch mehr Ausbildung, Ausstattung, politische Bildung und bessere Bezahlung.”. Der Artikel wurde im März 2021 und damit kurz vor Ausbruch des Ukrainekrieges veröffentlicht deutschlandfunk.de/bundeswehr-zehn-jahre-nach-dem-aussetzen-der-wehrpflicht-100.html (zuletzt abgerufen am 18.12.2025).
