Sie springt einen Rekord - und wird aus dem Olympia-Team geworfen.
Gretel Bergmann (geb. 1914) ist schon als Jugendliche eine richtige Sportskanone und wird eine der besten deutschen Hochspringerinnen. Als es für sie als Jüdin immer schwieriger wird, geht sie für den Sport nach Großbritannien. Doch dann suchen die Nazis für die Olympischen Spiele in Berlin „Alibijüdinnen“, denn die USA drohen mit einem Boykott. Die Nazis drohen ihrer Familie, Gretel muss für Deutschland antreten und bricht in der Vorbereitung sogar den deutschen Rekord im Hochspringen. Tag und Nacht beschäftigt sie aber die Frage: Was passiert, wenn ich wirklich eine Medaille gewinne, muss ich dann als Jüdin im deutschen Team auf dem Siegerpodium den Hitlergruß zeigen? Was passiert, wenn ich die NS-Ideologie an der Nase herumführe und als Jüdin gegen die Nicht-Jüdinnen gewinne? Dann kommt aber alles anders. Sobald das US-Team auf dem Weg nach Deutschland ist, kommt die Nachricht: Gretel wird aus dem Team geschmissen – angeblich wegen schlechter Leistungen. In Wirklichkeit ist sie wohl reingelegt worden. Hin- und hergerissen zwischen Wut und Erleichterung emigriert sie in die USA, wird hier noch US-Meisterin und stirbt dort 2017 mit 103 Jahren.